Ein Stück Frastanzer Ried

Das Europaschutzgebiet Frastanzer Ried.
 
Das nahe Feldkirch gelegene Frastanzer Ried reiht sich ein in die wichtigsten Schutzgebiete Vorarlbergs, die Natura 2000-Gebiete und ist somit ein Europaschutzgebiet.
 

Es handelt sich dabei um eine Streuewiese, die sowohl mit Wasser überflutet sein kann, als auch total austrocknet. Streuewiesen werden nur einmal gemäht und das Mahdgut wird vorwiegend als Einstreu verwendet. Die Flächen werden nicht gedüngt und sind reich an seltenen Pflanzen- und Tierarten. Auch zahlreiche Orchideen sind zu finden.

 
Weiterführende Links:
https://naturvielfalt.at/schutzgebiet/frastanzer-ried/
https://walgau-wunder.at/perlen-im-walgau/

 

 

Factbox

Pflanzen und Insekten in Streuewiesen
Sibirische Schwertlilien werden von großen Insekten bestäubt, die den Pollen am Rücken weiter tragen.
Der Duftlauch blüht bis in den Herbst und versorgt die Nachzügler unter den Wildbienen mit Pollen und Nektar.
Der blau blühende Lungenenzian ist die einzige Fraßpflanze für die Schmetterlingsart Lungenenzian- Bläuling.
Der Großer Wiesenknopf hat ebenfalls seine eignen Schmetterlingsarten, den Hellen und den Dunklen Wiesenknopfameisenbläuling.
Der Gewöhnliche Teufelsabbiss wird ebenfalls gerne von Insekten besucht und ist die Fraßpflanze für Schneckenfaltenraupen.
Pfeifengras und Wollgras werden zwar vom Wind bestäubt, bilden aber trotzdem einen wichtigen Lebensraum für Spinnen und Käfer.

Ein Ried zieht um

Als 2018 ein 3,5m breiter und 110m langer Weg durch das Schutzgebiet gebaut wurde, um Schäden durch Betreten und Befahren zu minimieren, wurde vor dem Wegebau die obere Erdschicht samt Bewuchs sorgfältig mit dem Bagger in schaufelgroßen Stücken abgehoben und im wahrsten Sinne des Wortes trans-Plant-iert.

 

Dabei wurden natürlich nicht nur die Pflanzen übersiedelt, sondern auch viele Kleinlebewesen und im Erdboden schlummernde Samen.

Als Trittstein gut angekommen

Inzwischen ist die übersiedelte Riedwiese angewachsen und bildet eine wichtiges Trittstein-Biotop zwischen dem Frastanzer Ried und anderen Walgauer Streuewiesen. Je mehr solcher Trittsteine es gibt, desto besser ist es für die Erhaltung der genetischen Vielfalt der einzeln vorkommenden Arten. Denn die Distanzen, die Kleinlebewesen wie bestäubende Insekten, Reptilien und Amphibien überwinden können, sind begrenzt. Und wenn sie lange auf einen Lebensraum beschränkt sind, ohne sich mit „frischem Blut“ paaren zu können, wird ihre genetische Vielfalt immer enger - mit negativen Folgen.

 

Die Sibirische Schwertlilie lässt die Streuewiesen im Frühling violett leuchten.

Es bleibt spannend

Welche Pflanzen sich über die Jahre am neuen Standort halten, bleibt abzuwarten.

 

Groß wäre die Freude, wenn sich auch die Sumpfgladiole einstellt, die im Frastanzer Ried als europäische Leitart geschützt wird. Im Juni/Juli blüht sie unverkennbar purpurrot und lässt die Herzen aller Naturfreunde höher schlagen.

 

 

Sumpfgladiole

Eric Lechner, am 2023-03-20 09:44:04