Ein Stück Frastanzer Ried
Es handelt sich dabei um eine Streuewiese, die sowohl mit Wasser überflutet sein kann, als auch total austrocknet. Streuewiesen werden nur einmal gemäht und das Mahdgut wird vorwiegend als Einstreu verwendet. Die Flächen werden nicht gedüngt und sind reich an seltenen Pflanzen- und Tierarten. Auch zahlreiche Orchideen sind zu finden.
Factbox
Ein Ried zieht um
Als 2018 ein 3,5m breiter und 110m langer Weg durch das Schutzgebiet gebaut wurde, um Schäden durch Betreten und Befahren zu minimieren, wurde vor dem Wegebau die obere Erdschicht samt Bewuchs sorgfältig mit dem Bagger in schaufelgroßen Stücken abgehoben und im wahrsten Sinne des Wortes trans-Plant-iert.
Dabei wurden natürlich nicht nur die Pflanzen übersiedelt, sondern auch viele Kleinlebewesen und im Erdboden schlummernde Samen.
Als Trittstein gut angekommen
Inzwischen ist die übersiedelte Riedwiese angewachsen und bildet eine wichtiges Trittstein-Biotop zwischen dem Frastanzer Ried und anderen Walgauer Streuewiesen. Je mehr solcher Trittsteine es gibt, desto besser ist es für die Erhaltung der genetischen Vielfalt der einzeln vorkommenden Arten. Denn die Distanzen, die Kleinlebewesen wie bestäubende Insekten, Reptilien und Amphibien überwinden können, sind begrenzt. Und wenn sie lange auf einen Lebensraum beschränkt sind, ohne sich mit „frischem Blut“ paaren zu können, wird ihre genetische Vielfalt immer enger - mit negativen Folgen.
Die Sibirische Schwertlilie lässt die Streuewiesen im Frühling violett leuchten.
Es bleibt spannend
Welche Pflanzen sich über die Jahre am neuen Standort halten, bleibt abzuwarten.
Groß wäre die Freude, wenn sich auch die Sumpfgladiole einstellt, die im Frastanzer Ried als europäische Leitart geschützt wird. Im Juni/Juli blüht sie unverkennbar purpurrot und lässt die Herzen aller Naturfreunde höher schlagen.
Sumpfgladiole