Lebensräume von Amphibien und Reptilien
Wie kleine Wolken schweben die Laichkugeln im Wasser der feuchten Senke im Galätscha.
Lacken, Tümpel, Teiche, Matsch und ein trockenes geschütztes Plätzchen
das brauchen Amphibien und Reptilien, damit sie sich wohlfühlen und vermehren. Und nicht nur die!
In Tümpeln leben Kleinkrebse (wie Wasserflöhe und Ruderfusskrebse), Rädertierchen, Faden-und Strudelwürmer, Mückenlarven und verschiedene Libellenarten. Pfützen und feuchte Stellen sind Saugplätze der Schmetterlingen wie dem Schillerfalter, Grossem Eisvogel und Trauermantel Rauch- und Mehlschwalben brauchen benetztes, lehmhaltiges Material zum Nestbau. Tümpel werden von Säugetieren und Vögeln zum Trinken und Baden benutzt.
Neben den Gewässern im Galätscha brauchen Gelbbauchunke, Erdkröte, Grasfrosch, Ringelnatter und Co hohes Gras, Heckenstrukturen, Ast- und Steinhaufen sowie den Waldrand und den lichten Wald, damit sie sich dauerhaft ansiedeln können.
Weiterführende Links:
Amphibien und Reptilien Vorarlbergs
http://www.herpetofauna.net/index.html
Rote Liste für Vorarlberg Amphibien und Reptilien
https://www.inatura.at/forschung-und-wissen/rote-listen/rote-liste-amphibien-und-reptilien
Factbox
Gelbbauchunke
Die Gelbbauchunke besitzt ihren gelben Bauch zur Abschreckung von Feinden.
In Lustenau wird die Gelbbauchunke „Gurramändle“ genannt.
Mehr Infos dazu auf der Seite vom Umweltbüro Markus Grabher:
http://www.herpetofauna.net/arten_vorarlberg/gelbbauchunke.html
Erdkröte
Wanderung mit Männchen im Huckepack. Erdkröten wandern bis zu 3km zu ihren angestammten Laichplätzen.
Grasfrosch
Auch kleine Tümpel und Lacken nutzt der Grasfrosch als Laichplatz.
Ringelnatter
Erkennbar sind Ringelnattern an zwei hellen halbmondförmigen Flecken hinter dem Kopf.
Gelbbauchunke
Gefährdete Art laut EU-Richtline Fauna-Flora-Habitat
Gelbbauchunken verbringen das Sommerhalbjahr im und am Gewässer. Danach halten sie sich in der Nähe, gerne in lichten Wäldern, auf. Von Mai bis August sind ihre Paarungsrufe, nicht sehr laute, aber melodiöse "uh-uh-uh-uh"-Rufe, zu hören.
Da sich die Laute für das menschliche Ohr klagend anhören, wurde der Ausdruck “Unkenrufe“ für Jammern und Schwarzmalerei im Voraus einer Unternehmung geprägt. Die Unke selbst ist jedoch durchaus unternehmungslustig und aktiv. Allen Unkenrufen zum Trotz besiedelt sie schnell neu entstandene Gewässer und legt Eier in Klumpen von zwei bis 30 Stück an ins Wasser hängende Grashalme, überschwemmte Landpflanzen, Ästchen oder herabgefallenes Laub ab.
Die gelbe Warnfärbung am Bauch wird präsentiert wenn Gefahr droht. Dieser sogenannte „Unkenreflex“ dauert nur einige Sekunden, dann flüchtet das Tier. Zusätzlich sondert sie ein Hautgift ab, welches vor Fraß schützt und auch beim Menschen die Schleimhaut reizt. Man hat dann einen „Unkenschnupfen“.
Erdkröte
Besonders gefährdet durch Straßenverkehr
Ab Ende Februar bis März finden die Wanderungen zu den Laichplätzen statt. Das sind meist größere Stillgewässer mit einer Tiefe von 40 cm oder mehr. Dabei kehren sie, wenn möglich, an den Ort ihrer Geburt zurück. In Vorarlberg werden daher an den Straßen mit Krötenzug Amphibienzäune beschäftigt und viele Freiwillige sammeln die Kröten im Morgengrauen und tragen sie in Kübeln über die Straße.
Die Laichschnüre mit insgesamt 3.000 bis 8.000 Eiern werden sodann an Wasserpflanzen befestigt. Nach etwa zehn Tagen schlüpfen die schwarz gefärbten Kaulquappen. Nach dem Ablaichen ziehen sich die Tiere meist in Wälder und Landschaften mit Hecken und Feldgehölzen, zurück, aber auch Felder und Gärten sind beliebt.
Grasfrosch
Eine der häufigsten Amphibienarten Vorarlbergs
Auch der Grasfrosch ist wanderlustig und kehrt ans Laichgewässer seiner Geburt zurück. Das „Laichtreffen“ im zeitigen Frühjahr findet gleichzeitig statt und führt zu einer regelrechten Massenansammlung von Grasfröschen. Die Weibchen hinterlassen einen, manchmal auch zwei Laichballen mit 700 bis 4.500 Eiern.
Die sonnigen Tümpel mit flachen und vegetationsreichen Stellen sind danach voll mit Laichklumpen aus denen sich braun gesprenkelte Kaulquappen entwickeln.
Die erwachsenen Tiere ziehen sich im April in ihre angestammten Lebensräume zurück, meist sind dies feuchte Wiesen und Wälder. Als sehr anpassungsfähige Art, die auch mit Höhenlagen zurechtkommt, ist ihr Vorkommen trotzdem durch Trockenlegung und Umweltgifte gefährdet.
Auch kleine Tümpel und Lacken nutzt der Grasfrosch als Laichplatz.
Ringelnatter
Ist durch den Rückgang von Feuchtgebieten gefährdet
Elegant schlängelt sich die Ringelnatter zu Lande und zu Wasser. Sie lebt vorzugsweise an Gewässern, wo Steinhaufen zum Sonnenbaden einladen. Die Ringelnatter legt als einzige heimische Schlange Eier. Bevorzugte Stellen für die Eiablage sind Laub-, Kompost- oder Misthaufen. Nach vier bis zehn Wochen schlüpfen die kleinen Schlangen.
Ringelnattern ergreifen bei Gefahr schnell die Flucht. Wenn das nicht geht, richten sie sich auf und zischen. Zusätzlich können sie wie alle Wassernattern eine übelriechende Flüssigkeit abgeben. Wenn das alles nicht hilft, stellen sie sich tot. Sie drehen sich auf den Rücken, verdrehen die Pupillen und lassen die Zunge aus dem Maul hängen.
Gefressen werden sie hauptsächlich von verschiedene Vögel, Iltis, Wiesel und Igel. Auch Hauskatzen machen Jagd auf sie.